Notarkosten für die Beurkundung eines Erbbaurechtsvertrages

Die Ermittlung der Kosten für die Beurkundung eines Erbbaurechtsvertrags durch den Notar Deiner Wahl ist gar nicht so trivial. Ich habe lange im Netz nach einer Herleitung gesucht, aber nichts gefunden. Glücklicherweise kam die Rechnung für unseren Sachverhalt, sodass ich/ wir nun um einiges schlauer sind. Bei der Beurkundung handelt es sich lediglich um ein unbebautes Grundstück.

Gem. § 19 GNotKG1 sieht die Rechnung wie folgt aus (Notariat in Berlin):

Wert des Beurkundungsverfahrens

I. Wert des Erbbaurechts:

  1. Wert des Grundstücks
    • Bodenrichtwert x Fläche des Grundstücks in qm
  2. davon 80,00 % gem. § 49 Abs. 2 GNotKG
  3. kapitalisierter Erbbauzins nach § 52 GNotKG
    • bestimmte Laufzeit, maximal 20 Jahre (§ 52 Abs. 2 GNotKG)
  4. Vergleichsberechnung nach § 43 Abs. 1 GNotKG
    • maßgeblich ist der höhere Wert von 2. und 3.

Bespielrechnung:

  1. 100.000 Euro (100,00 Euro x 1.000 qm)
  2. 80.000 Euro (80,00 % von 100.000 Euro)
  3. 20.000 Euro (20 Jahre x jährlicher Erbbauzins)
  4. 80.000 Euro (höhere Wert im Vergleich zu 3.)

II. Wert des Vorkaufsrechts (am Erbbaurecht)

  • Wert des Grundstücks
    100.000 Euro (siehe 1)
  • Kosten des zu errichtenden Gebäudes
    100.000 Euro (Kosten die für den Bau des Hauses veranschlagt werden)
  • Zwischensumme aus Wert des Grundstücks und Kosten des zu errichtenden Gebäudes
    200.000 Euro (100.000 Euro + 100.000 Euro)
  • 80,00 % der Zwischensumme
    160.000 Euro
  • 50,00 % von diesem Wert
    80.000 Euro

III. Gesamtwert Beurkundungsverfahren

Der Gesamtwert für die Beurkundung, also die Summe aus der Ermittlung unter Punkt I. (Wert des Erbbaurechts – 80.000 Euro) und der unter Punkt II. (Wert des Vorkaufsrechts – 80.000 Euro), entspricht 160.000 Euro.

Auf Basis der 160.000 Euro werden die Notargebühren entsprechend ermittelt bzw. berechnet.

Die o. g. Angaben sind ohne Gewähr.


1 https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg, 11.02.2020, 20.05 Uhr