Die Erdarbeiten – Achillessehne unseres Projektes

Noch bevor wir den Werkvertrag unterschrieben hatten, wurde den Erdarbeiten eine ganz besondere Bedeutung zu Teil. Bereits mit dem Baugrundgutachten hatten wir die Gewissheit, dass sich unter einer 30-40 cm dicken humosen Schicht schluffiger Boden befindet – gemein hin bekannt als Lehmboden.

Wer mit GUSSEK Haus baut muss zwei Punkte zum Thema Erdarbeiten wissen:

  1. GUSSEK übernimmt keinen Zentimeter dieser Erdarbeiten &
  2. GUSSEK fordert einen 2,5 m umlaufend verfestigten Arbeitsbereich um das zu errichtende Haus.

Auf Empfehlung

Von unserem GUSSEK Berater haben wir einen Erdbauer empfohlen bekommen. Ein Unternehmen, dass die Anforderungen und den Ablauf vermeintlich kennen sollte. In der Vergangenheit gab es bereits mehrere Eigenheim-Projekte bei denen die Arbeiten übernommen wurden. Das schuf Vorschusslorbeeren.

Vermeintliche Routine

Mein Kontakt und damit Austausch mit dem Erdbauer war stets sympathisch. Der Abstimmungsbedarf dagegen eher aufreibend bis nervig. Das letztliche Ergebnis besorgniserregend.

Kommen wir zum Ablauf:

Nach dem erfolgten Aushub von 30 cm ergab der Drucktest kein zufriedenstellendes Ergebnis. Den per Angebot vereinbarten Sand, zur Herstellung des Untergrundes für die Bodenplatte, haben wir gegen Beton Recycling getauscht. GUSSEK ist damit fein und wir müssten die Baugrube damit nicht weiter ausheben. Die notwendige Festigkeit ist wohl dennoch garantiert. Fertig. Vermeintlich.

Der Schlüsselmoment

Aufgrund der Symmetrie des Grundstücks und dem darauf geplanten Haus haben wir die Grobabsteckung selbst übernommen, inklusive des umlaufenden Arbeitsbereiches. Leider haben wir an einer Stelle die 2,5 m vergessen. Bereits zuvor, bot der Erdbauer an die Grobabsteckung zu übernehmen. Die durch uns übernommene Absteckung samt Fehler gab ich vor dem Start der Arbeiten direkt weiter. Dem Trupp vor Ort schien das objektiv betrachtet gleichgültig gewesen zu sein, da dieser sich stumpf an unserer Absteckung orientierte. Warum wir die Absteckung übernommen haben? Der proaktive Eifer eines Bauherren.

Lasst das sein!

By the way wurde der Arbeitsbereich ebenfalls ausgekoffert und mit Beton Recycling aufgeschüttet und verfestigt. Nach Aussage des Erdbauers wäre das für die Stabilität des Bodenplattenunterbaus notwendig. Folglich ist der Berg an ausgehobenem Sand beachtlich. Zudem können wir nach Beendigung der Hausbauarbeiten in den Straßenbau einsteigen. Mit unseren aktuellen Vorräten an Beton Recycling bieten sich einige Möglichkeiten.

Auslegungssache

Der zu gering bemessene Arbeitsbereich wurde vom Erdbauer gegenüber GUSSEK Haus erklärt. Für das Setzen der Bodenplatte wären die Angaben zum Arbeitsbereich ausreichend. Für die Aufstellung des Baugerüstes entscheidet unser Bauleiter die Umstände vor Ort. Im Bedarfsfall wird vom Erdbauer innerhalb von 48 h nachgebessert.

Unser Vermesser hat nach vermeintlicher Beendigung der Erdarbeiten die Feinabsteckung durchgeführt. Nach dieser zeigten sich die Ergebnisse der Erdarbeiten mehr als eindeutig. Wir waren vor Ort und haben nachgemessen. Mit jedem Zentimeter stieg mein Puls. An nur einer Seite gab es den geforderten Arbeitsbereich von 2,5 m. Die übrigen Seiten … mit jeder wurde der Wert geringer. Mit der Aussage des Erdbauers vor Ort nachgemessen zu haben steht im krassen Widerspruch mit unserer Messung. Auch als Nicht-Fachmann kann ich die Werte von einem Zollstock ablesen.

Am Montag haben wir Gewissheit – lt. Plan soll die Bodenplatte gesetzt werden. Sollte GUSSEK Kellerbau grünes Licht geben, haben wir die erste Hürde genommen. Zudem bleibt genug Zeit, um den Arbeitsbereich zu korrigieren. Sofern natürlich notwendig. Unserem Bauleiter habe ich die frohe Botschaft mit umfangreicher Bebilderung bereits gemailt. Es bleibt spannend.

Ach ja, die Rechnung zu den Erdarbeiten haben wir natürlich bereits erhalten. Mein Widerspruch dazu ist versandt.